Des einen Freud…

Die Philosophen Immanuel Kant und Theodor W. Adorno treffen sich im Jenseits zufällig im Hinterzimmer eines Cafés. Sie kennen sich bereits aus dem Debattierklub und Kant beginnt sogleich ein Gespräch.

Kant: Du, Theodor…
Adorno: …sag doch Teddy!
Kant: Gut. Du, Teddy, hast du eigentlich…
Adorno: …schon mal gevögelt? Ja, und du?
Kant: Das wollte ich nicht…
Adrono: … doch, sag mal!
Kant: Naja, die Bedingung der Möglichkeit…
Adorno:… ist verstellt! Ich weiß, aber: Hast du, oder hast du nicht?
Kant: Nun ja. Die reine Tonkunst der Singvögel besteht eben darin, keine Regeln zu haben.
Adorno: Oh, ho! Hört, hört!
Kant: Genau! Es ist der Mensch, der hört. Der Gesang kommt zum Vogel wie die Jungfrau zum Kinde, dieses ist aber ebenso wenig wie der Vogel dafür in irgendeinem Sinne moralisch verantwortlich.
Adorno (leicht ironisierend) : Das absolute moralische Subjekt.
Kant (überzeugt): Das absolute moralische Subjekt!
Adorno: Und was ist mit dem Einzigartigen, mit dem Anderen?
Kant: Das Andere?
Adorno: Die Andere! Frauen!
Kant: Frauen?
Adorno: Ja, klar.
Kant: Nun, Theodor, du weißt, wie ich es mit der Unvernunft halte…
Adorno: … ich spreche von Frauen.
Kant: Ich auch.
Adorno: Hast du schon mal eine nackt gesehen?
Kant: Weiß nicht.
Adorno: Du, der du Wissen und Vernunft zur neuen Gottheit machst, der Kopernikus der Philosophie, willst mir erzählen, dass du es nicht weißt?
Kant schweigt.
Adorno: Du warst nie verheiratet!
Kant: Muss ich?
Adorno: Zum vögeln nicht.
Kant: Ich gebe nicht viel auf die Empfindung. Die Vernunft leitet uns zur Wahrheit, nicht das Begehren.
Adorno: So ein Stuss! Die Vernunft leitet uns ins Verderben – und in die Vereinzelung.
Kant: Denken kann ich besser allein.
Adorno: Manu, lass das Denken sein!
Kant: Um hinter die Aufklärung zurückzufallen?
Adorno: Ach wo, noch viel weiter zurück. Lass dich am besten ganz fallen.
Kant schweigt.
Adorno: Es kursiert das Gerücht, du seist…
Kant: Ich gebe nichts auf Gerüche!
Adorno (packt jetzt aus): Wollen wir eine Runde Karten spielen?
Kant: Ich spiele nicht. Nicht mehr.
Adorno: Du spielst nicht, du trinkst nicht, du vögelst nicht. Hast du keine Hobbys?
Kant: Ich denke.
Adorno: Nein, ich meinte die … Genüsse!
Kant: Was soll ich tun?
Adorno: Rausgehen!
Kant: Auf was darf ich hoffen?
Adorno schweigt, leicht genervt.
Kant: Was kann ich wissen?
Adorno: Mann, Alter, du checkst es nicht, oder?
Beide schweigen.
Kant: Theodor, ähm Teddy, eigentlich wollte ich dich etwas anderes fragen.
Adorno: Dann frag doch!
Kant: Du, Teddy, hast du eigentlich…
Adorno: …Ja?…
Kant entblöst sich.
Adorno ergreift seine eine Aktentasche, hält sie sich geschockt vors Gesicht und verlässt schnellen Schrittes den Raum.

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