“Die haben keinen Plan“

Ein Exklusiv-Interview mit dem neuen SPD-Kanzlerkandidaten Torben Möller:

Peer Steinbrück verzichtet überraschenderweise auf seine Kanzlerdandidatur. Nach exklusiven Informationen, die der Elfenbeinstraße aus SPD-Kreisen exklusiv zugespielt wurden, habe sich Steinbrück auf Druck von Parteichef Sigmar Gabriel zu diesem Schritt entschlossen, nachdem seine Zustimmungswerte in der Bevölkerung bis auf die Umfrageergebnisse der FDP gefallen waren.

Wie der Elfenbeinstraße am Mittwoch exklusiv vermeldet wurde, hat die SPD auch schon einen neuen gefunden: Torben Möller. Der weitgehend unbekannte Politiker aus dem nordhessischen Kassel soll in der nächsten Woche der Öffentlichkeit präsentiert werden, darauf haben sich Helmut Schmidt, Sigmar Gabriel und Oskar Lafontaine geeinigt. Die Elfenbeinstraße konnte dank ihrer guten Kontakte bereits ein Exklusiv-Interview mit dem 40-Jährigen Möller führen.

Elfenbeinstraße: Wie kommt die SPD dazu, einen unbekannten Provinzpolitiker zum Kanzlerkandidaten zu machen?
Möller: Das müssen sie die SPD fragen. Ich bekam vorgestern Nacht einen Anruf vom Thorsten (Schäfer-Gümbel, d. Red.) und er hat mich gefragt, ob ich es tun will. Da war ich erst mal perplex und habe dann aber gleich ja gesagt, ohne zu wissen, worum es geht.

Und dann?
Dann hat mir meine Frau einen Fairtrade-Kaffee gemacht.

Sind sie verheiratet?
Ja, wir haben uns vor 4 Jahren auf einem Boot auf dem Po das Ja-Wort gegeben. Das war toll. Aber in nächster Zeit wird wohl nicht mehr so viel Raum für mein Privatleben bleiben.

Was sagt Ihre Frau dazu?
Wer?

Ihre Frau?
Die findet es ganz ok, dass ich mal etwas öfter weg bin (lacht).

Herr Möller, was haben Sie, was Peer Steinbrück nicht hat?
Es geht hier ja nicht um haben oder nicht haben. Man muss die Entscheidung von Herrn Steinbrück akzeptieren. Und ich traue mir das durchaus zu, die Menschen zu begeistern.

Was steht denn auf Ihrer politischen Agenda ganz oben?
Die Gerechtigkeit natürlich, Gerechtigkeit ist doch so wichtig, meinen Sie nicht!?

Das sagt die FDP auch.
Ehrlich? Naja, wir als SPD haben ja viele Jahre erfolgreich mit denen regiert. Hauptsache nicht mit den Linken. Da haben wir auch in Kassel schlechte Erfahrungen gemacht.

Kassel ist hochverschuldet. Wie…?
…Damit habe ich nichts zu tun…

…Wie stehen Sie zu neuen Schulden des Bundes? Oder soll gespart werden?
Dazu verweise ich Sie auf unser Wahlprogramm, an das ich mich selbstverständlich halten werden.

Also nichts neues bei der SPD?
Sehen Sie, mir sind die Nähe zu den Menschen und deren Bedürfnisse wichtig. Wie schon der große Philosoph Maximilian Kant sagte: „Der Staat ist ein Volk, das sich selbst beherrscht.“

Immanuel…
…Ich heiße Torben…

…Kann man so eine Wahl gewinnen?
Man kann noch ganz anders eine Wahl gewinnen. Schauen Sie sich den alten Adenauer an, der war ja noch lustfeindlicher als der alte Kant. Oder den Helmut Kohl, als der an die Macht kam, war ich noch ein kleiner Bub und wir haben uns immer Kissen unters T-Shirt gesteckt und den nachgeäfft. Mann, war das lustig.

Herr Möller, spielen Sie Schach?
Nein, aber Mühle. Warum?

Weil Peer Steinbrück..
…ich kann diesen Namen nicht mehr hören, was glauben Sie denn, warum ich das jetzt mache.

Warum?
Weil Stein…, naja, Sie wissen schon, weil er die Leute nicht erreichen konnte. Und dafür hatte ich schon immer ein Talent, deshalb hat mich der Thorsten (Schäfer-Gümbel, falls Sie den Namen wieder vergessen haben, d. Red.) wohl auch vorgeschlagen. Ich war bereits als kleiner Junge sehr beliebt. Als ich einmal vor der ganzen Klasse den Kohl nachgemacht habe, musste ich als Strafe dafür den Rest der Stunde in der Ecke stehen. Dafür wurde ich dann aber zum Klassensprecher gewählt, was der Lehrerin gar nicht gepasst hat. Das ging dann im Prinzip so weiter bis heute, also das mit der Zustimmung.

Warum schließen Sie eine Koalition mit der Linken kategorisch aus?
Die haben doch alle keinen Plan. Ihr Wahlprogramm ist nur halb so dick wie unseres.

Dann lieber Juniorpartner in einer großen Koalition?
Was ist denn das für eine Frage?! Ich trete an, um zu gewinnen. Am Ende gehts doch ums gewinnen.

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